Seelenläufer wird 1

Es ist kaum zu glauben. Vor genau einem Jahr habe ich den Button „Veröffentlichen“ gedrückt und somit „Seelenläufer“ in die Welt entlassen.

Seelenläufer

Wenige Tage später konnte man das E-Book überall kaufen, kurze Zeit später auch das Taschenbuch. Aber dies ist bei Weitem nicht alles. Ich habe tolles Feedback erhalten, habe viele buch- und schreibverrückte Menschen kennengelernt und bei den BartBroAuthors meine schriftstellerische Heimat gefunden.

Und ich habe natürlich geschrieben, weil die Geschichte ja noch nicht zu Ende erzählt ist. Und auch da bin ich auf einem guten Weg. Insgesamt kann ich mich wirklich glücklich schätzen, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Ich würde es jederzeit wieder tun und kann jedem nur raten, schreibt und schreibt, damit ihr irgendwann euer eigenes Buch in den Händen halten könnt. Das ist ein unglaubliches Gefühl.

 

Advertisements

Writometer – eine App für die Schreibphase

Steht der Plot, geht es im nächsten Schritt darum, die Geschichte auf Papier zu bringen. Anschließend wird das Werk in diversen Überarbeitungsschritten im besten Fall zu einem kleinen Diamanten geschliffen. Beim ersten Entwurf geht es also noch gar nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern einfach darum, den Plot zu verschriftlichen. Viele Autoren lieben diesen Schritt ganz besonders, viele scheitern aber genau daran, weil sie die Geschichte nie zu Ende schreiben. Den berühmten Hänger in der Mitte kennt sicher jeder Autor.

Heute möchte ich euch eine App vorstellen, die dem entgegenwirken kann. Ich nutze sie seit einer Woche und bin von ihr vom ersten Moment an überzeugt. Auf die kostenlose App bin ich durch Tinka gestoßen, die im Zuge des CampNaNoWriMo ihren aktuellen Schreibstand mithilfe dieser App gepostet hatte.

Warum ich so begeistert bin, hat zwei Gründe: Die App ist einfach zu bedienen und motiviert ungemein.

In wenigen Minuten ist ein Projekt angelegt. Darin vermerkt sind Arbeitstitel, tägliches und gesamtes Schreibziel und Startwortzahl, falls das Projekt bereits begonnen wurde.

Im Wesentlichen besteht die App aus 4 Bereichen: Projekt Overview, Writing Log, Writing Chart und Timer.

In der Übersicht wird der tägliche Fortschritt sowie der Fortschritt insgesamt angezeigt. Ein Smiley zeigt an, ob das Tagesziel erreicht wurde und ob man noch im Soll ist. Statistik-Fans finden hier weiterhin alle möglichen Übersichten, wie z. B. Fortschritts-Anzeigen, produktivste Tage etc. Im Writing Log kann man seine einzelnen Fortschritte einsehen und eintragen. Hier stehen Angaben wie Datum, Uhrzeit und Wörterzahl.

Die interessanteren Bereiche sind jedoch die Grafiken sowie der Timer. In den Grafiken kann man sich seinen Schreibfortschritt entweder in einem Block- oder einem Verlaufsdiagramm anzeigen lassen. Auf einem Blick sieht man dann, ob man sein Tagesziel erreicht hat, wie viele Wörter man an jedem Tag geschrieben hat und wie viele Wörter insgesamt bereits geschrieben wurden.

Die letzte und für mich wichtigste Funktion ist der Timer. Auf 25 Minuten und 500 Wörter voreingestellt, kann man hier seinen Schreibprozess regulieren. Startet man den Timer, tickt die Uhr rückwärts und meldet sich, wenn die Zeit abgelaufen ist. Dann öffnet sich ein Fenster, in dem man seine erreichte Wörterzahl eingeben kann. Diese erscheint dann sofort in sämtlichen Statistiken. Hat man das Schreibziel erreicht, bekommt man einen Bonuspunkt, den man gegen kleine Belohnungen eintauschen kann. Entweder man gönnt sich einen Keks oder man darf kurz mal ins Internet schauen. Für mich ist das Erreichen des Schreibziels jedoch Belohnung genug.

Bei einem Schreibziel von 1000 Wörtern täglich benötigt man also zwei Timerzeiten, um dieses zu erreichen. Übrigens kann man sowohl Schreibzeit als auch Wörterzahl an seine individuellen Bedürfnisse anpassen.

Ich hätte nie gedacht, dass mich eine App für das Schreiben motivieren kann. Doch diese hier tut es. Nicht nur weil sie in ihrer Einfachheit eine tolle Übersicht über den Fortschritt gibt, sondern auch weil sie am späten Vormittag daran erinnert, wie viele Wörter zum Erreichen des Tagesziels noch geschrieben werden müssen. Sie ist also auch eine App, die dem inneren Schweinehund sprichwörtlich in den Hintern tritt. Es funktioniert: Ich habe in dieser Woche 15000 Wörter geschrieben und die App hat viel dazu beigetragen.

Wer also gerade an einer Schreibblockade leidet oder sich schwer motivieren kann, sollte diese App unbedingt ausprobieren, wer gerne am NaNoWriMo teilnimmt, Challenges mag oder auf Statistiken steht ebenso. Und auch für alle anderen lohnt ein Blick.

Ein Hinweis muss noch gegeben werden: Die App gibt es bis dato noch nicht für Apple-Geräte. Leider.

 

Ein Gespenst namens Rezension

Oder: Warum das mit den Rezensionen so verflixt schwierig ist.

Ich habe Anfang April meinen ersten Roman im Selbstverlag veröffentlicht und zähle seither zu den sogenannten Indie-Autoren, auch Selfpublisher genannt. Ich bin da nicht alleine, es gibt viele Jungautoren, die diesen Weg beschreiten und es werden immer mehr. Wie alle anderen möchte ich, dass mein Roman gelesen wird. Doch wie finde ich Leser oder anders gesagt, wie finden Leser meinen Roman?

Immer wieder lese ich, dass gerade für Selbstverleger Rezensionen ein wichtiges Instrument sind, um Leser zu finden. Doch woher kommen diese Rezensionen und wie gelange ich an Rezensenten? Ich hatte Glück, denn ich habe noch vor gar nicht langer Zeit selbst Bücher rezensiert und kannte die diversen Plattformen, auf denen sich die Leser tummeln, die auch gerne mal rezensieren.

Junge Autoren haben im wesentlichen zwei Möglichkeiten, gezielt Rezensionen zu erhalten. Entweder sie schreiben diejenigen an, die gerne Rezensionen verfassen, oder sie starten eine Leserunde und stellen hierfür Leseexemplare kostenlos zur Verfügung. Eine weitere Möglichkeit bieten Buchverlosungen oder Gewinnspiele auf der eigenen Homepage oder auf Plattformen wie Twitter und Facebook. Da diese aber eine gewisse Anzahl von Followern voraussetzen, eignen sie sich nur bedingt für ein Erstlingswerk. Außerdem ist nicht garantiert, dass aus Buchverlosungen Rezensionen entstehen.

Ganz sicher erhält man eine Rezension, wenn man gezielt Exemplare verteilt. Lesebegeisterte führen häufig einen Blog oder veröffentlichen ihre Rezensionen auf einer Facebook-Seite. Wer nicht die Zeit hat, das Internet nach diesen Blogs zu durchsuchen, findet Rezensionswillige auch auf rezi-suche.de, einer Plattform, auf der Autoren ihre Bücher für potenzielle Rezensenten einstellen können. Sie können sich ebenso Rezensenten aus einer Liste heraussuchen, mit denen sie dann in Kontakt treten. Ich persönliche empfehle, sich auch außerhalb dieser Plattform umzusehen, um einen Überblick über die Vielfalt an Blogs zu gewinnen.

Doch viele hochfrequentierte Blogs nehmen kaum mehr Rezensionsexemplare an, weil sie mit Anfragen überschüttet werden und weil ihnen die Zeit fehlt, sich einem Werk so zu widmen, wie sie es sich selbst wünschen. Dies hat Folgen gerade für den Selbstverleger. Entweder man entscheidet sich für Blogs mit weniger Lesern, oder nimmt eventuelle Abstriche bei der Qualität der Rezensionen in Kauf. Deshalb ziehen viele Blogger die Reißleine. Der qualitative Verfall von Rezensionen wird unter Bücherbloggern gerade heiß diskutiert, wie ein kürzlich erschienener Beitrag auf Gwynny´s Lesezauber verdeutlicht.

In jedem Fall ist es ratsam, sich den Blog genau anzusehen, bevor man sein Anliegen äußert. Welche Bücher mag der Blogger besonders, welche Genre bevorzugt er und ganz wichtig, nimmt er überhaupt Rezensionsexemplare an? Nur in diesem Fall sollte man in Kontakt treten. Man muss bedenken, dass Blogger geradezu überhäuft werden mit Rezensionsanfragen. Standardisierte Mails mit riesigem Anhang sind sehr unbeliebt und führen in letzter Zeit immer häufiger dazu, dass Blogger zu recht ihren Unmut darüber äußern (zum Beispiel hier). Wer also einen Blog gefunden hat, von dem er glaubt, sein Buch könnte dem Inhaber gefallen, sollte dies auch in seiner Email begründen.

Eine andere Möglichkeit ist, eine Leserunde z. B. bei Lovelybooks zu starten. Hierbei sollten man wissen, dass diese Leserunden gerne als Feuertaufe für ein Werk angesehen werden. Lovelybooks hat treue Leser mit viel Leseerfahrung, die verlässlich ihre Rezensionen liefern, aber auch keine Scheu haben, Kritik zu üben. Dies sollte man als Neuling wissen.

Und hier liegt das eigentliche Problem: Wann ist eine Rezension für einen Roman wirklich gut? Ist die Qualität einer Rezension ausschlaggebend für einen potenziellen Leser oder wie hoch sie bewertet wurde? Sollen Autoren darauf achten, wem sie ein Rezensionsexemplar anbieten oder ist das Ergebnis völlig egal, Hauptsache eine Rezension liegt vor?

Rezensionen gemäß Rezi-KodexViele Rezensionen werden mittlerweile nach dem Rezi-Kodex verfasst. Das heißt nicht nur, dass Rezensent und Autor höfflich miteinander umgehen, sondern insbesondere auch, dass ehrliche und keine geschönten Rezensionen verfasst werden. Bloggern wurden in der Vergangenheit immer wieder kostenlose Exemplare angeboten, mit dem Hinweis, man möge eine möglichst gute Rezension schreiben. Aber auch Autoren stehen unter Druck, wenn Blogger zum Beispiel nur Rezensionen verfassen, wenn gleichzeitig auch kostenlose Exemplare für Gewinnspiele bereitgestellt werden. Um dies einzudämmen, wurde der Rezi-Kodex erstellt. Grundsätzlich ist das eine gute Sache. Für den Autor bedeutet dies, dass eine Rezension auch schlecht ausfallen kann. Welche Folgen hat das für einen Autor?

Wie kürzlich Autorenwelt.Autorenwelt.de von der Love-Letter-Convention 2016 twitterte, glauben Verlage, dass es egal ist, wie eine Rezension ausfällt:

2016-05-16

Kaufen Leser tatsächlich Bücher mit vielen Beurteilungen, wenn diese nur durchschnittlich oder sogar schlecht bewertet sind? Eine Rezension soll schließlich potenziellen Lesern bei ihrer Kaufentscheidung helfen. Deshalb glaubt der von mir sehr geschätzte Autorenpodcast „Die Schreibdilettanten„, dass negative Rezensionen weder für den Autor noch für den Leser gut sind, weil letztendlich Rezensionen Leseempfehlungen seien, weswegen sie für mindestens 3-Sterne-Bewertungen plädieren.

Aber kann der Leser dann überhaupt noch erkennen, ob ein Buch gut ist? Grundsätzlich schon, denn es gibt sie, die Rezensionen ohne abschließende Kategorisierung in ein Bewertungssystem. Dort legen Leser ihre Begründung dar, warum sie ein Buch mochten oder nicht, ohne es abschließend in eine Schublade zu stecken. Nur gibt das eben nicht bei den gängigen Online-Buchhändlern. Dort muss man sogar eine Bewertung abgeben, wenn man eine Rezension verfasst. Aber auch viele Blogs haben ihr Bewertungssystem und dies aus gutem Grund: Ob ein Buch auf einer Wunschliste landet oder gekauft wird, hängt vom Cover, dem Klappentext, eventuell der Leseprobe, aber in einem hohen Maß eben auch von den Bewertungen der anderen Leser ab. Und bei der Fülle an Büchern wird hierbei gerne zuerst die Sterne-Kategorisierung zu Rate gezogen.

Was ist nun der Weisheit letzter Schluss? Fakt ist, Autoren brauchen Rezensionen, ebenso wie Leser. Fakt ist aber auch, dass die Anzahl der Rezensionen sinkt, weswegen bereits die Kampagne #Seidie1Prozent ins Leben gerufen wurde, in denen Autoren dafür werben, Rezensionen zu schreiben.

Viele Autoren freuen sich unglaublich über eine gute Rezension, und nehmen sich einer kritischen Rezension gerne an, sofern sie nachvollziehbar ist. Letztendlich wollen Leser, Blogger und Autoren aber dasselbe: Spaß am Lesen. Ich finde, dies sollte bei einer Rezension im Vordergrund stehen.